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Vorschau:

Seminar betriebswirtschaftliches Basiswissen/ Bilanzen verstehen

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Thema Inklusion / Barrierefreiheit:

 

SAVE THE DATE: 28. November 2016, 11.00 – 13.00 Uhr

 

Patienten-Initiative sucht barrierefreie Arztpraxen - eine Zwischenbilanz

Ungehindert zum Arzt

Wenn Dörte Maack eine Veranstaltung moderiert und wissen will, wie viele Frauen im Saal sitzen, bittet sie die Anwesenden zu summen. Danach summen nur die Männer und schließlich die Frauen. So macht sie sich ein Bild. Die Moderatorin ist blind.

Wer mit einer Behinderung lebt, weiß sich meist zu helfen. Aber Hindernisse müssen oft aus dem Weg geräumt werden, auch beim Arztbesuch. „Oft muss ich um Anerkennung kämpfen, damit ich angemessen behandelt werde. Darunter leidet mein Vertrauen in den Arzt“, kritisiert Dörte Maack.

Seit 2009 sind auch niedergelassene Ärzte gesetzlich gehalten, Inklusion zu ermöglichen. Es tut sich was, stellt die Patienten-Initiative fest, die seit einem Jahr die Barrierefreiheit von Arztpraxen untersucht. Die Barriere-Scouts fanden zwar für Rollstuhlfahrerinnen un- überwindliche Stufen und enge Türen. Aber auch geräumige Toiletten, Texte in leichter Sprache und sogar eine Medizinerin, die sich in Gebärdensprache unterhalten kann.

„Unsere Bestandsaufnahme zeigt, welche Arztpraxen Barrieren abbauen. Eine solche Er- hebung fehlt bisher“, erklärt Kerstin Hagemann, die Geschäftsführerin der Patienten- Initiative.

Zur Zwischenbilanz des Modellprojekts lädt die Patienten-Initiative ins Ernst Deutsch Theater. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks wird ein Grußwort sprechen. Dann diskutieren

Isabella Vértes-Schütter, Theaterintendantin, Abgeordnete der Hamburger Bürger- schaft und Schirmherrin des Projekts
Thomas Bott, Regionaldirektor AOK Rheinland/Hamburg
Birgit Brink, Barriere-Scout, Selbsthilfegruppe MS

Silke Koppermann, niedergelassene Gynäkologin
Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen Birgit Wulff, Vorstand Ärztekammer Hamburg

Dörte Maack moderiert. Die Poetry-Slamerin Ninia LaGrande kommentiert Ungereimthei- ten.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Woche der Inklusion.
Die AOK Rheinland/Hamburg und KISS unterstützen das Projekt der Patienten-Initiative.

Das Ernst Deutsch Theater verfügt über drei Rollstuhlparkplätze, einen barrierefreien Zu- gang (Hintereingang), Hörhilfen und eine Behindertentoilette. Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitet. Bei Fragen geben Sie uns bitte eine Nachricht unter (040) 23 54 64 98 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

PRESSEMITTEILUNG

Hamburg, 3. März 2016

 

Neues Projekt erstellt erste Übersicht über Barrierefreiheit in Hamburger Arztpraxen

 

Patienten-Initiative e.V. und Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) erfassen erstmalig die unterschiedlichen Aspekte von Barrierefreiheit in ausgewählten Hamburger Arztpraxen. So soll für Menschen mit Behinderung eine transparente Übersicht über für sie geeignete Praxen auf den Weg gebracht werden.

 

Wo findet eine Rollstuhlfahrerin eine gynäkologische Praxis mit einem höhenverstellbaren Untersuchungsstuhl? Gibt es einen Orthopäden, der auf gehörlose Patienten eingestellt ist? In welcher Arztpraxis kann sich ein Patient mit Rollator problemlos bewegen? Die Kennzeichnung von Arztpraxen in Sachen Barrierefreiheit ist oft unvollständig, fehlerhaft und missverständlich. Begriffe wie „behindertengerecht“, „rollstuhlfreundlich“ oder „bedingt barrierefrei“ sagen nichts über die tatsächlichen Zugangsbedingungen aus und helfen den Patienten nicht, die für sie passende Praxis zu finden. Das möchte das Projekt „Barrierefreie Arztpraxen“ der Patienten-Initiative e.V. und der  Kontaktund Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ändern. Mit Finanzierung durch die AOK können die Projektbeteiligten somit eine Forderung umsetzen, die schon seit Jahren im Selbsthilfebereich, bei Patientenvertretern und Behindertenverbänden erhoben wird.

Grundlage des Projektes ist eine neu entwickelte Checkliste, die die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen berücksichtigt. Dabei geht es zum Beispiel um die Maße einer Fahrstuhlkabine, die Regelung zur Mitnahme eines Blindenführhundes oder die kontrastreiche Beschilderung der Praxisräume. In den nächsten Monaten werden in mitwirkenden Arztpraxen alle relevanten Informationen erhoben, zum Beispiel indem Menschen mit Behinderung als geschulte Barriere-Scouts die Praxen besuchen. Ziel ist es, Patienten eine erste Übersicht über die Barrierefreiheit in Hamburger Arztpraxen zur Verfügung zu stellen und Ärzte für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren.

„Es geht dabei nicht um eine Bewertung der Praxen. Ein Arzt mit Stufen vor seiner Haustür kann für sehbehinderte Patienten gut ausgestattet oder mit Kenntnissen in Gebärdensprache eine wichtige Adresse für gehörlose Patienten sein. Wir wollen Vorhandenes sichtbar machen, damit die Suche leichter wird“, so Projektleiterin Kerstin  Hagemann, die selbst einen Rollstuhl nutzt.

Schirmherrin des Projektes ist Isabella Vértes-Schütter, die sich als Theaterintendantin und Ärztin für Inklusion stark macht. Das Ernst Deutsch Theater ist mit seinem Angebot TheaterPlus bereits mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem ‚Wegbereiter der Inklusion 2015‘ im Bereich Tourismus. „Ich unterstütze das Projekt der Patienten-Initiative, das ermöglicht, die Barrierefreiheit in Arztpraxen für alle wahrnehmbar zu machen. Aus meinen Erfahrungen im Kulturbereich weiß ich, wie sehr die Kulturinstitutionen und ihre Besucher von einer  entsprechenden Erhebung profitieren“, sagt VértesSchütter. „Wir sollten uns in Hamburg gemeinsam auf den Weg machen, um in allen Bereichen der Stadtgesellschaft einen Stadtplan der Barrierefreiheit zu erreichen.“

Auch die Stadt Hamburg begrüßt das neue Projekt. „Gesundheit geht uns alle etwas an. Der Besuch einer Arztpraxis muss also auch für Menschen mit Behinderung uneingeschränkt möglich sein. Daher ist es nicht hinnehmbar, dass sehr viele Menschen wegen mangelnder Barrierefreiheit ausgeschlossen werden.

Ich unterstütze deshalb dieses Projekt, durch das die Patienten-Initiative e.V. und KISS gemeinsam für mehr Aufklärung sorgen werden und appelliere an alle Arztpraxen, sich an der Erhebung zu beteiligen“, so Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen in Hamburg.

 

Der Patienten-Initiative e.V. bietet seit mehr als 30 Jahren in Hamburg unabhängige Beratung und  Interessenvertretung für Patientinnen und Patienten und setzt sich mit ihren Projekten für die Qualitätsverbesserung im Gesundheitswesen ein.

KISS Hamburg informiert, berät und vermittelt seit über 30 Jahren interessierte Menschen an die rund 1.400 Selbsthilfegruppen in der Hansestadt und unterstützt die Gründung neuer Gruppen.

 

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